HFP

Die „Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd“ ist ein spezifisches Angebot im Rahmen der JHS und folgt grundsätzlich dem für die JHS beschriebenen Leitbild. Bei der HFP handelt es sich um eine individuelle Förderung über das Medium Pferd. Sie arbeitet wahrnehmungs- und erlebnisorientiert und gibt Raum für die Entdeckung und Erprobung von Handlungsalternativen bei problematischen Verhaltensweisen. Vorgaben beziehen sich auf das Setzen von Anreizen oder die Schaffung von Rahmenbedingungen, nicht auf bestimmtes Verhalten.

Das Medium Pferd fungiert als kooperativer Partner mit artspezifische Bewegungen und Verhalten. Aufgrund der Besonderheit des Mediums ist die Erforderlichkeit von Verhaltensmodifikation beim Menschen sachorientiert statt personenbezogen.

Der hohe motivationale Charakter des Pferdes begünstigt das Einüben neuer Verhaltensweisen in einem geschützten Setting als Voraussetzung für einen Transfer in den eigenen Alltag.

Spezifische Zielsetzung des Angebotes

Die Zielstellungen werden im Rahmen des Hilfeplanverfahrens bzw. Eingliederungshilfe konkretisiert. Die Ziele des Angebots umfassen mehrere Bereiche.

Ziele der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Emotionaler und sozialer Bereich

  • Integration in einen bestehenden Gruppenverband (Klasse, Heimgruppe)
  • Einstellung auf einen Partner (Pferd, Gruppenmitglied)
  • Eingestehen und Überwinden von Ängsten, Unsicherheiten, Minderwertigkeitsgefühlen
  • Aufbau von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Erhöhung von Motivation, Ansprechbarkeit und Aktivität
  • Erlernen realistischer Selbsteinschätzung und Affektkontrolle
  • Einüben von eigenverantwortlichem Handeln
  • Entwicklung und Förderung der Durchsetzungs- und Konfliktfähigkeit
  • Aufbau von Verantwortungsbewusstsein
  • Entwicklung und Förderung kooperativen Verhaltens
  • Abbau von Aggressionen und Erlernen von Verhaltensalternativen
  • Erhöhen der Frustrationstoleranz
  • Förderung der Kreativität und der Flexibilität im Umgang mit unbekannten Situationen
  • Sensibilisierung für nonverbale Kommunikation
  • Vermittlung neuer Erlebnisse und Angebot des Zugangs zu Gefühlen und Empfindungen:
  • Erleben von Führen und Geführtwerden
  • Erleben von Macht, Handlungsstrategien bei Ohnmacht
  • Neuerleben von Bewegungserfahrung: Die Wahrnehmung des eigenen Körpers in einem selbstbestimmten Rahmen (z. B. unter dem Aspekt der mädchenparteilichen Arbeit)
  • Erleben von Mut und Stolz
  • Erleben des Getragenwerdens, sich einlassen auf den spezifischen Bewegungsfluss des Pferdes (Bewegungsdialog)
  • Erfahren von Grenzen
  • Angebot eines authentischen Beziehungsobjekts
    Kognitiver Bereich
  • Training von Sprachverständnis und Sprechbereitschaft
  • Steigerung der Lernmotivation
  • Förderung der Begriffsbildung, Erweiterung des Sprachwortschatzes
  • Entwicklung von Lern- und Leistungsbereitschaft
  • Förderung der Merkfähigkeit
  • Training des Durchhaltevermögens
  • Aufbau und Verbesserung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit
    Sensomotorischer Bereich
  • Lockerung und Entkrampfung
  • Erhöhung und Stabilisierung des Muskeltonus
  • Gleichgewichtsschulung
  • Körperbewusstsein
  • Raumlageorientierung
  • Förderung von Bewegungsfreude und motorischer Geschicklichkeit
  • Gesamtkörperkoordination
  • Erlebnispädagogisches Angebot
  • Unmittelbares Erleben
  • Erleben außerhalb bekannter Kontexte
  • Angebot eines Höhepunktes innerhalb einer Hilfe über das Medium Pferd, Motivationssteigerung

Ziele in der Arbeit mit Eltern und Bezugssystem:

  • Förderung von Unterstützung der Entwicklung der Kindern/ Jugendlichen durch Eltern und Bezugspersonen
  • Stärkung der mittragenden Rolle der Eltern (vgl. Pietrzak, 2007, S. 112)
  • Ermutigung und Motivation, eigene Hilfen zu suchen und anzunehmen

Ziele in der Arbeit Eltern/ Elternteilen im Rahmen laufender Hilfen (keine laufenden Förderung am Pferd über längeren Zeitraum)

  • Förderung von Eltern-Kind-Bindungen über die Ebene des gemeinsamen Erlebens und Tuns
  • Angebot eines positiven Focus auf das Kind in problembelasteten Situationen (Ressourcenorientierung)
  • Verdeutlichung von Erziehungshaltungen und –mustern sowie Eltern-Kind-Interaktionen und Initiation alternativer Verhaltens- der Handlungsstrategien zur Bearbeitung im Rahmen laufender Hilfe

Die Beendigung der Hilfen erfolgt, wenn die Ziele erreicht sind oder auf Wunsch der Adressaten.

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